Zeit, die dein Kind sehen kann

Leg einen Timer auf die Schritte, bei denen Zeit eine Rolle spielt. Dein Kind sieht ein Zifferblatt, auf dem die grüne Fläche schrumpft, und große Ziffern, die herunterzählen. Starten und pausieren kann es selbst.

Zeit ist für viele Kinder abstrakt, besonders bei ADHS und Autismus. Wenn die Zeit sichtbar wird, fällt es leichter, sich danach zu richten.

Der Timer in Routined mitten im Countdown beim Schritt Zähne putzen

So funktioniert der Timer

Der Timer ist eine Funktion des Schritts. Du entscheidest, welche Schritte ihn bekommen und wie viel Zeit sie haben.

Der Timer in Routined: ein Zifferblatt mit schrumpfender grüner Fläche und Ziffern, die herunterzählen
Das Zifferblatt

Die grüne Fläche schrumpft

Der Timer öffnet sich in einem eigenen Fenster, wenn dein Kind auf den Schritt tippt. Die grüne Fläche auf dem Zifferblatt schrumpft im Takt der Zeit, darunter zählen große Ziffern herunter. Dein Kind sieht also, wie viel noch übrig ist, und auch die genaue Zeit.

Die Schrittliste in Routined mit den Markierungen Timer · 2 min und Timer · 15 min
Pro Schritt

Eigene Zeit für jeden Schritt

Du fügst den Timer unter Funktionen für den Schritt hinzu und gibst Minuten und Sekunden ein, zum Beispiel 2 Minuten fürs Zähneputzen und 15 Minuten fürs Frühstück. Schritte ohne Timer haben keinen Countdown. In der Schrittliste siehst du sofort, welche Schritte eine Zeit haben.

Der Timer in Routined laufend und pausiert, mit dem Button Ich bin schon fertig
Starten und pausieren

Dein Kind steuert selbst

Der Timer startet nicht von allein. Dein Kind tippt auf Start oder direkt auf die Uhr und pausiert auf dieselbe Weise. Ist es früher fertig, gibt es den Button Ich bin schon fertig, der den Schritt sofort abhakt.

Der Dialog Über den Timer in Routined mit den Stilen Uhr und Ring
Uhr oder Ring

Zwei Stile, einer pro Kind

Im Profil des Kindes wählst du unter So erlebt das Kind die App beim Punkt Timer zwischen Uhr und Ring. Uhr ist ein Zifferblatt mit einer schrumpfenden Fläche, Ring ist ein Ring um einen großen Knopf zum Starten und Pausieren. Das Fragezeichen daneben zeigt beide, damit du vergleichen kannst.

Der Timer in Routined nach Ablauf der Zeit, mit dem Text Fertig! und einem grünen Haken
Fertig

Wenn die Zeit um ist

Ein kurzer Ton erklingt, das Handy vibriert und das Zifferblatt zeigt Fertig! mit einem Haken. Der Schritt wird automatisch abgehakt und das Fenster schließt sich nach ein paar Sekunden. Hat der Schritt zusätzlich eine Checkliste, hakt dein Kind selbst mit Fertig ab.

Warum ein sichtbarer Timer hilft

Das Zeitgefühl entwickelt sich bis weit ins Jugendalter, und viele Kinder mit ADHS oder Autismus tun sich besonders schwer damit, einzuschätzen, wie lange etwas dauert. Wenn du sagst „noch fünf Minuten“, hört dein Kind die Worte, sieht die Zeit aber nicht. Ein Timer macht die Zeit zu etwas Greifbarem, dem dein Kind selbst folgen kann.

So sieht der Timer aus

Der Timer öffnet sich in einem Fenster über der Routine, mit dem Namen des Schritts oben. Im Stil Uhr ist es ein Zifferblatt mit Strichen und einem Zeiger, auf dem die grüne Fläche schrumpft, während die Zeit vergeht. In der Mitte sitzt ein runder Knopf für Start und Pause, und das ganze Zifferblatt lässt sich antippen. Darunter zählen große Ziffern herunter, zum Beispiel 1:39.

Im Stil Ring wird ein grüner Ring um einen großen Knopf immer kürzer, darunter stehen noch größere Ziffern. Der Timer sieht gleich aus, egal ob dein Kind den Anzeigemodus Standard oder Bildunterstützung hat.

Schritte mit Timer und Checkliste

Hat ein Schritt sowohl Timer als auch Checkliste, erscheint ein kleinerer Timer über den Teilschritten und ganz unten ein Fertig-Button. Dann wird der Schritt nicht abgehakt, wenn die Zeit abläuft, sondern wenn dein Kind auf Fertig tippt. Das passt zu Schritten wie Schulrucksack packen, bei denen dein Kind mehrere Dinge in einer festen Zeit schaffen soll.

Das passiert, wenn die Zeit um ist

  • Ein kurzer Ton erklingt und das Handy vibriert.
  • Das Zifferblatt zeigt Fertig! mit einem Haken, im Stil Uhr auch mit etwas Konfetti.
  • Der Schritt wird automatisch abgehakt, und eine eventuelle Belohnung wird gutgeschrieben.
  • Das Fenster schließt sich nach ein paar Sekunden.

Das Handy deines Kindes bekommt keine Benachrichtigung. Hast du die Benachrichtigung Wenn ein Schritt abgehakt wird eingeschaltet, erfährst du als Elternteil, dass der Schritt erledigt ist.

Gut zu wissen

  • Der Bildschirm bleibt an, solange der Timer läuft, damit er nicht mitten beim Zähneputzen ausgeht.
  • Die Zeit wird nach der Uhrzeit berechnet. War die App im Hintergrund, zeigt der Timer beim erneuten Öffnen die richtige Zeit, der Ton ist aber erst dann zu hören.
  • Schließt dein Kind das Fenster mit dem Kreuz, wird der Timer abgebrochen und der Schritt nicht abgehakt. Beim nächsten Mal beginnt er wieder von vorn.
  • Soll die Zeit immer ganz ablaufen? Schalte Darf den Timer vorzeitig beenden im Profil des Kindes aus, dann verschwindet der Button Ich bin schon fertig.
  • Es gibt keine eigene Toneinstellung für den Timer. Stell das Handy leiser, wenn dein Kind empfindlich auf Geräusche reagiert.
  • Die Vorlage Morgenroutine hat bereits einen Timer beim Zähneputzen (2 Minuten) und beim Frühstück (15 Minuten).

So klappt es mit dem Timer im Alltag

Plane Zeit mit Puffer ein

Miss ein paar Tage lang, wie lange dein Kind braucht, bevor du dich festlegst. Es ist besser, wenn die Zeit reicht, als wenn sie zu früh abläuft. Sonst wird der Timer zum Stressfaktor statt zur Unterstützung.

Zeig den Timer, bevor ihr loslegt

Schaut euch den Timer beim ersten Mal gemeinsam an: „Die grüne Fläche wird kleiner. Wenn sie weg ist, ist die Zeit um, und dann machen wir weiter.“ Etwas, das man schon gesehen hat, ist leichter zu befolgen.

Wähle die Schritte aus

Nicht jeder Schritt braucht einen Timer. Zähneputzen und Anziehen passen gut, andere Schritte dürfen so lange dauern, wie sie eben dauern. So behält der Timer seinen Wert.

Timer bei ADHS und Autismus

Bei ADHS ist Zeitblindheit häufig, also die Schwierigkeit zu spüren, wie viel Zeit vergangen ist. Ein sichtbarer Timer gibt etwas, woran man sich orientieren kann, und mit einem klaren Ende fällt das Anfangen leichter.

Bei Autismus geht es oft um Vorhersehbarkeit. Wenn dein Kind genau sieht, wie lange etwas dauert, wird der Übergang zum nächsten Schritt weniger ungewiss.

Häufige Fehler

  • Zu wenig Zeit: Dein Kind gerät unter Druck und verliert die Lust. Stell mehr Zeit ein.
  • Timer bei allen Schritten: Das wird zu viel. Heb dir den Timer für Schritte auf, bei denen die Zeit zählt.
  • Der Ton stört: Stell das Handy leiser oder probier den anderen Stil aus, den manche Kinder als ruhiger empfinden.

Häufig gestellte Fragen

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