Mit dem Kinderwagen fahren
Im Kinderwagen sitzen heißt, die Person hinten nicht zu sehen. Das Kind muss der Stimme vertrauen, einer Hand auf der Schulter, einem Halt am Übergang. Die Bildkarten unten machen das unsichtbare Elternteil sichtbar, damit die Fahrt sich den ganzen Weg sicherer anfühlt.
♂Elternteil schiebt den Kinderwagen
Ein lächelnder Erwachsener in blauem Shirt geht nach vorne und schiebt einen Kinderwagen, in dem ein Kind in rotem Shirt sitzt und nach vorne schaut.
Über diese Bildkarten
Die Person hinter dem Kinderwagen verschwindet aus dem Sichtfeld in dem Moment, in dem das Kind sich hinsetzt. Es ist eine kleine Eigenheit der ganzen Situation, die Erwachsene selten bemerken, aber für das Kind bedeutet sie, dass die übliche soziale Rückversicherung, der Blick, das Gesicht, die Mimik, plötzlich weg ist. Etwas anderes muss diesen Platz übernehmen.
Genau dort setzen die Bildkarten an. Indem die Stimme, die Hand auf der Schulter und die Pausen unterwegs als eigene Schritte gezeigt werden, wird die Anwesenheit der erwachsenen Person konkret. Das Kind kann im Kopf abhaken: Die Stimme ist da, die Hand kommt, wir halten an der Ampel. Die Rückversicherung, die sonst die Augen leisten, geschieht nun über einen Rhythmus, den das Kind fühlen und erwarten kann.
Ein konkreter Tipp: Vereinbart ein Wort, das du jedes Mal sagst, wenn der Wagen anhält, dasselbe Wort die ganze Fahrt. Es wirkt wie eine Tonversion eines Tippens auf die Schulter und sagt dem Kind, dass du noch da bist, ohne dass es den Kopf drehen muss. Wer die Fahrt mit dem Anziehen davor und dem Heimkommen danach verknüpfen will, kann alles in der Routined-App bündeln.