Auf dem Stuhl sitzen
Zugewiesener Stuhl, lauter Raum und ein Körper, der Bewegung zum Denken braucht – nicht der Wille fehlt, sondern die Rahmenbedingungen. Die Schritte unten machen die Regeln des Platzes sichtbar, ohne den Körper zum Schweigen zu bringen.
♂Auf dem Stuhl sitzen
Ein Junge sitzt auf einem roten Stuhl.
Über diese Bildkarten
Ein zugewiesener Platz ist nicht neutral. Den Stuhl hat jemand anderes gewählt, der Nachbar trommelt vielleicht mit dem Stift, und der Körper darf sich selten so bewegen, wie er es zum Fokussieren bräuchte. Wenn das Kind trotzdem stillsitzen soll, kommt eine mentale Last zur eigentlichen Aufgabe hinzu.
Genau hier helfen Bildkarten, indem sie Entscheidungen aus dem Moment herausnehmen. Eine Karte zeigt, wo der Platz ist und wohin der Blick wandern darf, eine zweite die Dauer – bis zum nächsten Signal oder zum Ende der Aufgabe – und eine dritte, was der Körper währenddessen tun darf: Füße zusammenpressen, einen Ball drücken, die Finger drehen.
Ein konkreter Tipp: Vereinbart mit der Lehrkraft eine Pausengeste, die in der Bildreihe auftaucht, etwa eine erhobene Hand, die bedeutet, kurz an eine Wand zu gehen und zu pressen, bevor es zurück zum Platz geht. So wird Bewegung Teil des Platzes, kein Verstoß dagegen.
Die Sequenz lässt sich in Routined pro Stunde oder pro Tag speichern, damit derselbe Platz am Montag genauso verständlich bleibt wie am Freitag.