Auf dem Stuhl Platz nehmen
Eine Haltung zu finden, die trägt, ist schwer, wenn die Dauer unsichtbar bleibt. Der Körper will alle zehn Sekunden wechseln, und ohne Rahmen landet er nirgends. Die Bildkarten unten geben Haltung und Zeit eine sichtbare Form.
♂Sitzt auf Stuhl
Eine Person sitzt auf einem Stuhl.
Über diese Bildkarten
Die eigentliche Frage hinter diesen Bildkarten ist nicht, wie das Kind sitzen soll, sondern wie lange und mit welchem Spielraum. Wenn die Zeit unscharf bleibt, versucht der Körper sie über Mikrobewegungen zu lesen – Beine, die wippen, Finger, die zupfen, Knie, die hochgezogen werden – und es entsteht keine Haltung, nur ein Strom von Versuchen.
Zeigt das Bild, wo das Gesäß hingehört, wo die Füße landen können und wie lange es dauert, bekommt der Körper zwei feste Punkte zum Ruhen: Position und Zeit. Ein kleiner Timer oder ein Bild der nächsten Aktivität reicht oft, um vom Suchen ins Sitzen zu wechseln. Auch der Wiederholungsbedarf sinkt, weil die Stillsitz-Worte nicht mehr in Schleife laufen müssen.
Ein konkreter Tipp für genau diese Aktivität: Lege eine Karte mit erlaubten Mikrobewegungen daneben – sanftes Vor- und Zurückwippen, gekreuzte Füße, Anlehnen an die Lehne. Es sind die erlaubten Bewegungen, die die Hauptaktivität überhaupt starten lassen.
Die Sequenz lässt sich in Routined speichern und zum Frühstück, im Unterricht oder bei den Hausaufgaben aufrufen, ohne sie jedes Mal neu zu bauen.