Spazierengehen
Schwer ist nicht der Spaziergang selbst, sondern das Loslassen von etwas Spannendem und das Anziehen der Schuhe ohne klares Ziel am anderen Ende. Die Bilder unten machen den Übergang sichtbar.
♂Spazierengehen
Ein Mann geht draußen spazieren.
♀Frau geht spazieren
Eine Frau geht fröhlich mit schwingenden Armen.
Über diese Bildkarten
Ein Spaziergang gehört zu den Aktivitäten, bei denen das Gehen selbst meist angenehm ist, der Start aber eine Mauer. Es gibt kein Ziel, keine sofortige Belohnung, nur den Körper, der etwas Schönes loslassen und sich zur Tür bewegen soll. Übergänge ohne klaren Zweck sind einige der widerständigsten Momente eines Kindertags.
Bildkarten geben der fehlenden Belohnung eine sichtbare Form. Zeigt die Folge Spielzeug ablegen, Schuhe an, Jacke, raus – und etwas Konkretes, das unterwegs gefunden werden soll, etwa einen bestimmten Garten oder eine Laterne, die das Kind gern zählt, bekommt das Gehirn ein Ziel. Kleinkinder im Spracherwerb und ältere Kinder, die an Übergängen arbeiten, profitieren gleichermaßen.
Konkreter Tipp: vor dem Aufbrechen einen winzigen Auftrag verabreden, zum Beispiel drei rote Dinge finden oder einen Stein einsammeln, der in die Tasche passt. Der Auftrag zieht die Aufmerksamkeit weg vom Verlassenen und nach vorn. In Routined liegt der Spaziergang als kurze Folge mit Start, Wendepunkt und Heimkehr, das Losgehen ist dann nicht mehr der ganze Berg.